Die Kunst des Geschehenlassens: Warum Vertrauen der Schlüssel zur Freiheit ist
Wie Vertrauen dir innere Freiheit ermöglicht
Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich in einem kleinen Café in Paris. Die Stadt
summt um mich herum, voller Leben und Bewegung. Doch der Grund für unsere Reise ist kein
gewöhnlicher Urlaub. Wir besuchen unseren jüngeren Sohn, der hier für einige Monate lebt.
Ihn in seiner „neuen Welt“ zu sehen, hat in mir eine Lawine an Gefühlen ausgelöst.
Er ist ein Stück weitergegangen. Ein Stück mehr bei sich selbst. Und während ich ihn
beobachtete, spürte ich diese ganz besondere Mischung in mir: Freude, Stolz und ein leises,
ziehendes Gefühl, das, was wir oft „Loslassen“ nennen.
Wenn Führung zu Begleitung wird
Es ist nicht das erste Mal, dass ich dieses Gefühl spüre. Schon bei unserem älteren Sohn,
der früher beruflich viel in der Welt unterwegs war und heute wieder in unserer Nähe lebt,
durfte ich lernen, was es heißt, den Weg freizugeben. Es ist ein Prozess, den man als Mutter
immer wieder neu durchläuft: Zu sehen, wie die eigenen Kinder selbstständig und erwachsen werden.
In diesem Moment in Paris wurde mir wieder ganz klar: Sie gehen ihre eigenen Wege. Die Zeit, in der
ich sie führen und lenken konnte, ist vorbei. Jetzt bin ich „nur noch“ Begleiterin.
Vielleicht kennst du dieses Gefühl auch? Es muss nicht immer das erwachsene Kind sein. Es begegnet
uns überall: Wenn sich langjährige Freundschaften verändern oder wenn Projekte enden, in die wir viel
Herzblut gesteckt haben.
Warum uns „Loslassen“ oft so schwerfällt
Ich glaube, das Problem liegt schon im Wort selbst. „Loslassen“ klingt oft nach Verlust, nach einem
aktiven Wegschieben oder einem schmerzhaften Ende. Das macht es so schwer.
Viel schöner und leichter ist es, von „Geschehen lassen“ oder „Sein lassen“ zu sprechen. Es bedeutet
nicht, dass uns etwas egal ist. Es bedeutet, dass wir aufhören zu kämpfen.
Ich kenne das selbst nur zu gut: Wie oft lag ich nachts wach und habe versucht, Lösungen für Probleme
zu erzwingen? Doch die wirkliche Klärung entstand erst, als ich aufhörte
zu grübeln und die Dinge einfach sein ließ.
„Geschehen lassen bedeutet, dem Leben zuzutrauen, dass es sich immer zum Besten entwickelt.“
3 Impulse für mehr Vertrauen statt Kontrolle
Wie schafft man es, die Hand zu öffnen, wenn man am liebsten festkrallen würde? Hier sind drei Gedanken, die mir schon oft geholfen haben:
- Akzeptiere den Wandel: Alles im Leben hat seine Zeit. Das Ende einer Phase ist immer der Anfang von etwas Neuem, auch wenn wir das Neue noch nicht sehen können.
- Vertraue dem Weg: Jeder Mensch hat seinen eigenen Lebensplan. Wenn wir die Dinge geschehen lassen, geben wir dem anderen (und uns selbst) die Freiheit, authentisch zu wachsen.
- Das Leben arbeitet für dich: Oft denken wir, das Leben richte sich gegen uns, wenn Dinge sich verändern. Doch meistens entsteht genau in diesem Raum der Leere etwas Wunderschönes, das vorher keinen Platz hatte.
Kleine Übung für den Alltag: Dein „Anker“ im Seinlassen
Wenn du merkst, dass die Angst oder das Bedürfnis nach Kontrolle hochkommt, probiere diese kurze Übung:
- Atme bewusst aus: Einatmen ist Aufnahme, Ausatmen ist Abgabe. Atme tief ein und lass den Atem mit einem Seufzer los. Stell dir vor, wie mit der Luft auch die Anspannung aus deinen Schultern weicht.
- Die offene Handfläche: Lege deine Hände für einen Moment mit den Handflächen nach oben auf deine Oberschenkel. Diese physische Geste signalisiert deinem Unterbewusstsein: „Ich bin bereit zu empfangen, statt festzuhalten.“
- Dein Kraftsatz: Sage dir leise (oder im Stillen): „Ich vertraue darauf, dass sich alles zum höchsten Guten für mich und alle Beteiligten entwickelt.“
Mehr Gelassenheit durch Vertrauen
Geschehen lassen ist kein einmaliges Ereignis, sondern eine tägliche Übung.
Es ist die Entscheidung, dem Leben zuzutrauen, dass es gut ist.
Hier in Paris habe ich gelernt: Meine Söhne brauchen meine Führung nicht mehr, und sie
genießen unsere Präsenz. Und ich? Ich gewinne eine neue Form der Freiheit.
Ich wünsche dir für deine aktuelle Situation genau das: Die Gelassenheit, die Dinge einfach
sein zu lassen, und das tiefe Vertrauen, dass alles genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.
In Liebe, Eveline
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